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Variante 1
Messerfalten
Alle Falten liegen in dieselbe Richtung, wie die Klingen gestapelter Messer. Messerfalten kennst du von Kilts, Tennisröcken und Schuluniformen. Sie schwingen klar in eine Richtung und bewegen sich beim Gehen schön mit.
- Brüche: pro Falte ein Bergbruch und ein Talbruch.
- Stoffbedarf: sichtbare Breite P plus 2 × Tiefe D. Bei voller Tiefe (D = P) ist das die dreifache fertige Bundweite.
- Ideal in: Anzugwolle, Gabardine, Polyestermischungen, die eine Bügelfalte halten.

Variante 2
Kellerfalten
Zwei Messerfalten werden voneinander weg gelegt: Außen bleibt ein flaches Feld stehen, die Bruchkanten treffen sich dahinter. Kellerfalten wirken strukturiert und symmetrisch und bringen Weite in den Saum, ohne an der Taille aufzutragen.
- Brüche: zwei Bergbrüche nach außen, zwei Talbrüche dahinter.
- Stoffbedarf: pro Falte genau dieselben P + 2D wie bei Messerfalten.
- Ideal in: Baumwollköper, Denim, Leinen, Dekostoffe für Kissen und Querbehänge.

Variante 3
Quetschfalten
Eine Quetschfalte ist einfach eine umgedrehte Kellerfalte: Die beiden Bruchkanten treffen sich mittig auf der rechten Seite des Kleidungsstücks. Als Klassiker in der hinteren Mitte von Röcken und Mänteln schafft sie Schrittweite und bleibt dabei flach und elegant.
Skizze
Die Brüche im Querschnitt
Von der Oberkante aus gesehen besteht jede Faltenart aus denselben drei Stofflagen pro Falte – der sichtbaren Fläche und den zwei Lagen des Untertritts. Es ändert sich nur, in welche Richtung jeder Bruch läuft.
Deshalb ist der Stoffbedarf pro Falte identisch: P + 2D.
Vergleich
Direkter Vergleich
Die letzte Zeile ist ein echtes Ergebnis des Falten-Rechners für 28" Taille mit 1 1/2" Falten in voller Tiefe.
| Funktion | Messerfalten | Kellerfalten | Quetschfalten |
|---|---|---|---|
| Bruchrichtung | Alle in eine Richtung | Von der Mitte weg | Zur Mitte hin |
| Wirkung | Schwungvoll, sportlich | Strukturiert | Flach, schneidermäßig |
| Stoff pro Falte | P + 2D | P + 2D | P + 2D |
| Volumen an der Taille | Gleichmäßig | Hinter den Brüchen gebündelt | Vorne gebündelt |
| Typischer Einsatz | Kilts, Tennisröcke | A-Linien-Röcke, Querbehänge | Gehschlitze hinten, Mäntel |
| 28" Taille, 1 1/2" Falten | 19 Falten · 85 1⁄4" flach | 19 Falten · 85 1⁄4" flach | 19 Falten · 85 1⁄4" flach |
Anleitung
Falten markieren und legen
- Ist der Saum gerade, säum den Stoff zuerst.
- Druck das 1:1-Markierlineal aus dem Falten-Rechner aus und übertrag die Faltmarken mit Kreide oder kleinen Knipsen auf Ober- und Unterkante.
- Falte jede Berglinie (durchgezogen) und leg sie auf ihre Tallinie (gestrichelt).
- Oben und unten feststecken, mit feuchtem Bügeltuch bügeln und an der Taille quer heften.
- Vergleich vor dem Nähen die gefaltete Breite mit deinem Bund.

Maße
Faltenbreite und -tiefe wählen
Schmale Falten (1/2"–1") wirken fein, breite (ab 2") markant. Flache Falten (D kleiner als P) sparen Stoff und tragen weniger auf – praktisch bei schwerer Wolle. Bei Karos richtest du die Faltenbreite nach dem Rapport.
Magst du statt scharfer Brüche lieber weiche Kräuselungen oder fließenden Schwung, plan Stufen mit unserem Stufenrock-Rechner oder berechne dein Schnittmuster mit dem Tellerrock-Rechner.

